Die größere Hoffnung
Welche Bücher im Urlaub haben Sie gelesen und können Sie weiterempfehlen?
Neben Kommissar Dupin und seine Erlebnissen in der Bretagne habe ich dieses für mich beeindruckende Werk von Ilse Aichinger gelesen. Erschienen 1948. Im Mittelpunkt stehen rassistisch verfolgte Kinder in der Hitlerzeit. Der Krieg macht die Hoffnung auf Auswanderung zunichte. Irritierend ist die in ihrem Widerstand wachsende größere Hoffnung, die sie ihren Mördern voraus haben. Christliche Anspielungen tauchen fremd auf.
Es gibt Sätze, die nachhallen. Zum Beispiel im Kapitel "Das heilige Land":
"Bin ich ein Fremder, weil mein Haar schwarz und gekraust ist, oder seid ihr Fremde, weil eure Hände kalt und hart sind?
Wer ist fremder, ihr oder ich?
Der haßt, ist fremder, als der gehaßt wird, und die Fremdesten sind, die sich am meisten zu Hause fühlen!"